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Berufsqualifizierender Abschluss


Berufsqualifizierender Abschluss

Als berufsqualifizierender Abschluss im Sinne des Berufsbildungsgesetzes (BBiG) gilt der Abschluss einer Berufsausbildung in einem der rund 340 staatlich anerkannten Ausbildungsberufe. Die Ausbildung kann im dualen System oder an einer Berufsfachschule erfolgen, die Abschlussprüfung wird in den meisten Fällen von den zuständigen Körperschaften wie Industrie- und Handelskammer oder Handwerkskammer durchgeführt. Die Dauer einer solchen Ausbildung beträgt in der Regel zwei oder drei Jahre.

Ein berufsqualifizierender Abschluss kann auch durch berufliche Fortbildungsmaßnahmen erlangt werden. Akademische Grade wie Diplom, Magister oder Bachelor werden ebenfalls als berufsqualifizierende Abschlüsse betrachtet.


Kaufmann/Kaufmannsgehilfe


Kaufmann/Kaufmannsgehilfe

Als Kaufmannsgehilfe wurde früher ein Berufstätiger mit einem berufsqualifizierenden Abschluss im kaufmännischen Bereich bezeichnet. Die Abschlussurkunde nannte sich Kaufmannsgehilfenbrief und war dem Gesellen- und Facharbeiterbrief gleichgestellt. Die Bezeichnung wurde im Jahre 2000 abgeschafft, ist im allgemeinen Sprachgebrauch aber immer noch weit verbreitet.

Seit dem 1. September 2000 wird nur noch die Bezeichnung "Kaufmann" mit einem beschreibenden Zusatz verwendet, als Qualifikationsnachweis gilt das Prüfungszeugnis der IHK.

Beispiele:

  • Hotelkaufmann/-kauffrau
  • Kaufmann/Kauffrau für Bürokommunikation
  • Kaufmann/Kauffrau im Einzelhandel

Der Begriff Kaufmann kommt jedoch noch in einem anderen Zusammenhang vor: Das Handelsgesetzbuch (HGB) definiert den Kaufmann als Person, die ein Handelsgewerbe betreibt, also als Unternehmer im weitesten Sinne. Der Kaufmannsgehilfe dagegen war per Definition ein kaufmännischer Angestellter. Durch den Wegfall der Bezeichnung "Gehilfe" ist die Nennung des jeweiligen Zusatzes umso wichtiger geworden (siehe Beispiele).


Geselle


Geselle

Geselle darf sich nennen, wer eine Ausbildung in einem anerkannten Ausbildungsberuf des Handwerks abgeschlossen hat. Der Gesellenbrief ist vergleichbar mit dem Facharbeiterbrief im industriellen sowie dem früheren Gehilfenbrief im kaufmännischen Bereich. Zuständig sind hier jedoch die Handwerkskammern.

Im Gegensatz zum kaufmännischen Bereich ist der Begriff Geselle im Allgemeinen nicht Bestandteil der jeweiligen Berufsbezeichnung.

Beispiele:

  • Gebäudereiniger
  • Bäcker/in
  • Kraftfahrzeugmechatroniker/in

Der Gesellenbrief ist Mindestvoraussetzung für eine Zulassung zur Meisterprüfung im entsprechenden Beruf.


Facharbeiter


Facharbeiter

Als Facharbeiterbrief wird die Urkunde bezeichnet, die nach bestandener Abschlussprüfung vor der IHK in einem anerkannten Ausbildungsberuf im gewerblich-technischen Bereich ausgehändigt wird. Er entspricht dem Gesellenbrief im Handwerk sowie dem früheren Kaufmannsgehilfenbrief. Zuständig sind in der Regel die Industrie- und Handelskammern.

Der Begriff Facharbeiter ist jedoch nicht so klar definiert wie beispielsweise der Geselle im Handwerk. So gibt es Facharbeiter-Ausbildungsgänge kürzerer Dauer, die auf einer vorhandenen Ausbildung aufsetzen oder Basis für weitergehende Abschlüsse sind. Einige technische Studiengänge an Hochschulen bieten zudem die Möglichkeit, mit dem Vordiplom auch gleichzeitig den Facharbeiterbrief in einem entsprechenden Beruf zu erwerben.

Beispiele für anerkannte Facharbeiter-Berufe:

  • Industrieelektroniker/in
  • Industriemechaniker/in
  • Elektroanlagenmonteur/in

Entsprechend dem Gesellenbrief im Handwerk ist auch der Facharbeiterbrief Grundvoraussetzung für die Zulassung zur Meisterprüfung im entsprechenden Beruf.


Fachkraft


Fachkraft

Die Bezeichnung Fachkraft ist nicht gesetzlich definiert und  entsprechend vielfältig in der Bedeutung. Es gibt anerkannte Ausbildungsberufe mit der Bezeichnung Fachkraft, deren Qualifikationsgrad der Gesellen-,  Facharbeiter- und Kaufmanns(gehilfen)ausbildung entspricht. Zuständig sind dafür in der Regel die Industrie- und Handelskammern.

Darüber hinaus gibt es aber auch Weiterbildungsgänge höchst unterschiedlicher Dauer, die ebenfalls mit der Bezeichnung Fachkraft abschließen, aber eher auf Spezialisierung bzw. Zusatzqualifizierung ausgerichtet sind.

Beispiele für Fachkraft-Berufe:

  • Fachkraft für Lagerlogistik (3 Jahre)
  • Fachkraft für Möbel-, Küchen- und Umzugsservice (3 Jahre)
  • Servicefachkraft für Dialogmarketing (2 Jahre)
  • Fachkraft für Arbeitsschutz (Qualifikation)

anerkannte Im allgemeinen Sprachgebrauch (Stichwort Fachkräftemangel) wird als Fachkraft bezeichnet, wer über eine spezifische berufliche Qualifikation vorzugsweise im gewerblich-technischen Bereich verfügt, erworben zum Beispiel durch eine Facharbeiter-Ausbildung oder entsprechend langjährige Berufserfahrung.